Bevölkerungsrückgang in Deutschland

Quelle: Statista 2016

Gegenwärtig leben in Deutschland rund 82 Millionen Menschen. Diese Größenordnung hat sich seit Mitte der 1990er Jahre nur wenig verändert, sie hängt vom Zusammenspiel dreier grundlegender demographischer Prozesse ab: der Entwicklung der Geburten, der Sterbefälle und der Bilanz der Zu- und Abwanderungen.

Das Statistische Bundesamt führte 2009 die 12. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung durch, die einen Zeitraum bis 2060 abbildet. Für die Prognose wurden folgende Annahmen zugrunde gelegt:

  • Die zusammengefasste Geburtenziffer bleibt auf Dauer auf dem niedrigen Niveau von 1,4 Kindern je Frau, das durchschnittliche Gebäralter steigt weiter leicht an.
  • Die durchschnittliche Lebenserwartung nimmt bis 2060 weiter zu auf 85,0 Jahre (Männer) bzw. 89,2 Jahre (Frauen).
  • Jährlich ziehen 100.000 (Untergrenze der „mittleren“ Bevölkerung) bzw. 200.000 (Obergrenze der „mittleren“ Bevölkerung) mehr Personen nach Deutschland zu, als das Land verlassen.

Bei Eintreten dieser Annahmen würde die Bevölkerungszahl in Deutschland bis 2060 deutlich zurückgehen – je nach Wanderungsannahme auf rund 64,7 Millionen bei der Untergrenze bzw. rund 70,1 Millionen bei der Obergrenze der „mittleren“ Bevölkerung.

Das würde einen Rückgang um 17 bzw. 12 Millionen Menschen gegenüber der Bevölkerungszahl des Jahres 2011 von 81,8 Millionen bedeuten.

Aber nicht nur die Anzahl der in Deutschland lebenden Menschen wird sich verändern, auch die Altersstruktur ändert sich signifikant. Bereits im ausgehenden Anteil 19. Jahrhundert begann die durchschnittliche Kinderzahl in Deutschland zu sinken, sodass der Anteil junger Menschen abnahm. Parallel dazu wuchs der Anteil von Menschen ab 65 Jahre stark an: Gegen Ende des 19. Jahrhunderts war nur jeder Zwanzigste in diesem Alter, mittlerweile ist es jeder Fünfte. In Zukunft wird sich dieses Verhältnis noch weiter verschieben. Unter den Annahmen der 12. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung wird der Anteil der unter 20-Jährigen bis zum Jahr 2060 auf unter 16 % absinken und derjenige der älteren Menschen ab 65 Jahre weiter auf 34 % ansteigen.

Diese Verschiebung in der Altersstruktur hat Veränderungen im Erwerbspersonenpotential zur Folge. Im Jahr 2020 werden 40 % der Arbeitnehmer zwischen 50 und 65 Jahren alt sein! In Folge dazu wird das Durchschnittsalter der Belegschaften erheblich zunehmen. Schülerzahlen sinken erheblich: von 8,8 Mio. in 2006 auf 7 Mio. in 2020 bis zum Jahr 2060 wird die Zahl der Erwerbsbevölkerung von 50 Millionen in 2008 auf ca. 36 Millionen sinken (im schlimmsten Fall sogar auf 33 Millionen). ( Quelle: Statistisches Bundesamt (Hrsg.), Bevölkerung Deutschlands bis 2060. 12. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung, Wiesbaden 2006; S. 17ff und S. 44; Daten zur Erwerbsbevölkerung „Obergrenze“ und Demografischer Wandel in Deutschland - Heft 2 - Auswirkungen auf Schülerzahlen und Kindertagesbetreuung, Wiesbaden 2009, S. 23ff)

Die detaillierte Bevölkerungsvorausrechnung des Statistischen Bundesamts können Sie hier abrufen:  Bevölkerung Deutschlands bis 2060